Wareniki auf die schnelle und faule Art

Wareniki auf die schnelle und faule Art
Obwohl ich als Kind nicht lange in Russland gelebt habe, drehen sich die meisten Gerüche oder Eindrücke, welche ich mit meiner Kindheit verbinde, genau darum. Und so muss ich jedes Mal, an die sibirischen Wälder denken, wenn ich mit dem Auto auf einer Straße fahre, welche durch ein kleines Waldstück führt. Wenn ich Wassermelone esse, schweben meine Gedanken wieder, in der Hütte im Garten meiner Großeltern, herum und ich kann schon fast den alten Holzboden vor mir fühlen und sehen.
Wareniki auf die schnelle und faule Art
Und so ist es dann jedes Mal für mich, als würde ich mit meinem Opa durch den Wald fahren, überall von Sumpf und Bäumen umgeben. Die Straßen alt, gebrochen oder auch mal gar nicht vorhanden. Dabei kommt mir der Geruch von warmen Weißbrot in die Nase, welches wir zuvor an einer kleinen Straßenrand Bäckerei besorgt hatten. Mit dazu eine riesige Wassermelone, die fast den ganzen Kofferraum in Anspruch nimmt. Gemeinsam mit meiner Oma, Tante und meinen Eltern geht’s in Richtung Garten, welcher ebenfalls riesengroß und ewig weit entfernt ist, zumindest in meiner Erinnerung.
Wareniki auf die schnelle und faule Art
Den ganzen Tag verbringen wir dort. So recht erinnere ich mich gar nicht, was denn ganzen Tag über gemacht wird. Die „Großen“ waren bestimmt mit gießen beschäftigt, Unkraut entfernen oder das ein oder andere bereits ernten. Um die Mittagszeit gab es dann die vorgekühlte Wassermelone und die Weißbrotreste, die während der Fahrt nicht im Bauch gelandet sind. Ich sag’s euch. Ein Brot, welches das ganze Auto, mit seinem frisch gebackenen Geruch hüllt, hält nicht lange. Gegen Abend wurde dann das Essen vorbereitet. Es wurde gegrillt. Aber nicht wie man es hier kennt, mit verschiedenen Fleischsorten, Würstchen, unterschiedlichen Salaten oder verschiedene Saucen. Es gab Schaschlik, einem marinierten Fleischspieß. Dazu einen Salat mit Tomaten, Zwiebel und Gurken frisch vom Feld und das war’s auch schon. Aber für mich einfach perfekt und wunderschön!
Wareniki auf die schnelle und faule Art
Egal wie oft ich aber jetzt Schaschlik esse, das Gefühl dieser warmen, sonnigen und sorgenfreien Tage kommt nicht zurück. Ein anderes Gericht, was mich jedoch wieder in alte Tage zurück versetzt sind Wareniki. Halbmondförmige Teigtaschen, für mich am liebsten mit Kartoffelbrei und in Butter-geschmälzten Zwiebeln gefüllt. Für Wareniki musste es schon einen größeren Anlass geben, denn dafür musste man eine Weile in der Küche stehen und die leckeren Teigtaschen formen. Um trotzdem mal an einfachen Tagen in den Genuss zu kommen, gab es bei uns eine „faule“ Variante. Also genau für die Situation, wenn man mal keine Lust auf langes vorbereiten hatte, es schneller gehen musste und man einfach faul war. Für die schnelle „faule“ Variante der Wareniki braucht ihr:

Für den Teig: 1 Ei, 1 Tl Salz, 150 ml Wasser, ca. 350g Mehl
Außerdem: 4-5 Kartoffeln, 1 große Zwiebel, 2 El Öl, 2 El Butter
Wareniki auf die schnelle und faule Art
(1) Aus Mehl, Salz, Ei und Wasser einen Teig zubereiten. Der Teig sollte nicht mehr kleben und schön elastisch sein. Falls nötig etwas mehr Mehl oder etwas mehr Wasser hinzugeben. Anschließend den Teig bedeckt im Kühlschrank ruhen lassen.
(2) Die Kartoffeln schälen, vierteln und im gesalzten Wasser kochen bis sie gar sind.
(3) Aus dem Teig Stangen rollen und in kleine Stücke schneiden. Diese jeweils von beiden Schnittstellen in Mehl drücken und auf einer bemehlten Fläche lagern.
(4) Sobald ihr einige Stücke zurecht geschnitten habt, in kochendes Wasser, welches leicht gesalzen ist, geben, und dabei gelegentlich umrühren. Sobald die Teigstücke an die Oberfläche kommen noch ca. 3 min weiter kochen, bevor ihr sie herausschöpft und in einem Sieb abtropfen lässt.
(5) Während die Kartoffeln kochen und die Teigstücke fast fertig sind, Zwiebel in Würfel schneiden und goldbraun in Öl anbraten. Zum Schluss Butter hinzufügen und schmelzen lassen, dabei aufpassen das die Zwiebeln nicht zu dunkel werden.
(6) Fertige Kartoffeln, gekochte Teigstücke und geschmälzte Zwiebeln in einem Topf zusammen geben und verrühren. Das Ganze noch mit Schmand servieren und fertig!
Wareniki auf die schnelle und faule Art
Das ist mein absolutes Kindheitserinnerungen Rezept, wobei die normalen Wareniki natürlich auch an erster Stelle stehen. Wieso ich heute etwas nostalgisch werde? Für den Monat März werden für die „Lets cook together“ Kochaktion von Ina (whatinaloves) Kindheitserinnerungen gesucht und ich wusste schon beim Lesen genau, um welches Rezept es sich bei mir drehen wird. Die Aktion gibt es schon seit ein paar Jahren und es wird jeden Monat zu einem bestimmten Thema gekocht, gebacken, gemixt oder was eben dazu passt ;) Was ist euer liebstes Rezept aus der Kindheit? Habt ihr auch Situationen, bei denen ihr sofort an Früher denken müsst?
Lets cook together || whatinaloves

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